10 | 2020: Zwischen Chesapeake Shores und Weilerswist

Oktober 2020 | Prosa & Papier
✨ H👻ppy Hall🎃ween! 🕸️

Zugegeben: So happy wie die letzten Jahre ist dieses Halloween nicht. Wir wissen alle warum. Das heißt aber nicht, dass wir uns den Herbst und Halloween nicht gemütlich machen können! Eine Tasse Kakao mit (oder ohne) Schuss, ein heißer Apfelwein oder ein Tee, ein schaurig-schöner Halloween-Film und im Hintergrund ein paar Kerzen oder eine Lichterkette und schon ist die Stimmung da. Das ist zumindest mein Plan für Halloween.

Ansonsten war der Oktober ziemlich aufregend für mich. Die meiste Zeit des Monats war ich im beschaulichen Weilerswist, um dort die Arbeit in einem kleinen Verlag kennenzulernen. Das Lager mit den Hunderten von Büchern ist der Traum eines jeden Bücherwurms. Aber auch die Bücherregale in den Büros sind nichts anderes als #shelfgoals 🤩

Was ich besonders spannend fand, war, was ich durch einen Wettbewerbsvergleich herausgefunden habe: Das Verlagswesen in Deutschland kann in Bezug auf Marketing und Digitalisierung noch viel von anderen Branchen lernen – oder auch von den Kollegen in den USA.

Mein Fund des Monats sind die Spielkarten von Spielköpfe, mit denen die Gründer die Bildsprache des Kartendecks neu gestalten: geschlechtergerecht, vielfältig und nachhaltig. Das Motto von Spielköpfe: „Ändere dein Spiel, um zu ändern, wie du denkst“.

Die Karten gibt es im Shop von Spielköpfe: 🔗 Shop von Spielköpfe

📚 Bücher 📚

Diesen Monat gab es ein buntes Durcheinander an Büchern:

Himbeeren mit Sahne im Ritz hatte ich vor Monaten beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung gefunden. Es waren die ersten Texte, die ich von Zelda Fitzgerald gelesen habe. In den Erzählungen wimmelt es nur so von Adjektiven, Ausschmückungen und Anspielungen auf die Zeit, die dem Leser in Anmerkungen erklärt werden. Aber das Buch ist auch voller interessanter Frauenfiguren – Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Sängerinnen –, die ihren Weg finden.

Don DeLillo kann mich jedoch nicht überzeugen. Auch wenn Die Zeit ihn angeblich den „aufregendsten Schriftsteller seiner Generation“ nennt und er in der Tat überragend schreibt – die Storys sind einfach nicht meine. Null K liegt noch immer nur zur Hälfte gelesen in meinem Regal. Der Omega-Punkt erzählt die Geschichte des Filmemachers Jim Finley, der Richard Elster, einen ehemaligen geheimen Kriegsberater der US-amerikanischen Regierung, für sein neuestes Filmprojekt gewinnen möchte und diesen in der amerikanischen Wüste besucht. Als Leser begleiten wir Finley die meiste Zeit des Buchs in der Wüste bei Elster. Eingerahmt wird das Geschehen von Finleys Besuch im MoMA, wo eine Installation Hitchcocks Psycho zeigt, allerdings so verlangsamt, dass der Film 24 Stunden dauert. Intertextualität also inklusive. Auch inklusive: Ein offensichtlicher Bezug auf die theologische bzw. philosophische Betrachtung der Evolution durch Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955, Anthropologe und Philosoph) und Frank Tipler (*1947, Physiker).

Das letzte Buch des Monats war Bevor ich jetzt gehe von Paul Kalanithi. Das Buch wurde für unser nächstes Buchclub-Treffen ausgesucht und es ist die erste Autobiografie, die ich jemals gelesen habe. Was soll ich sagen, bereits beim Lesen des Vorworts, geschrieben von Abraham Verghese, kullerte die eine oder andere Träne meine Wange hinunter. Denn das Thema ist nicht leicht verdaulich: Der Autor schreibt über seine Lungenkrebsdiagnose, über sein Leben als Arzt – und über sein Leben als Patient. „Dieses Buch ist in gewisser Weise unvollendet“, schreibt seine Frau Lucy im Nachwort, „doch dies gehört ganz wesentlich dazu, es ist die Wirklichkeit dessen, was Paul durchmachte.“ (S. 196)

📺 Serien 📺

Besonders in diesen Zeiten gibt es für mich nichts Besseres, als meine Lieblingsserien – How I Met Your Mother & Gilmore Girls – wieder und wieder zu gucken. Doch manchmal muss es auch was anderes sein. Diesen Monat habe ich mich selbst überrascht, nämlich mit Chesapeake Shores. Normalerweise landen solche Serien nicht in meiner Watchlist, aber das war die letzten Wochen genau das Richtige: seichte Unterhaltung voller Klischees mit schöner Kulisse. In der Serie geht es um Abby O’Brien-Winters, Karrierefrau und zweifache Mutter, die New York verlässt, um in ihrer Heimatstadt Chesapeake Shores ein ruhigeres Leben bei der Familie zu führen. Dabei darf natürlich eine Begegnung mit ihrer Jugendliebe Trace nicht fehlen, ebensowenig wie eine ordentliche Portion Drama und Herzschmerz.

🎶 Musik 🎶

Meine Neuentdeckung des Monats:

Mein Ohrwurm des Monats:

🍂 BLEIBT GESUND! 🍂