11 | 2020: Very British, indeed 🇬🇧

November 2020 | Prosa & Papier

Es ist kalt geworden. Anfang des Monats hatten wir in Hamburg noch ein paar Tage lang unglaubliche 20 Grad, doch das war schnell wieder vorbei. Seitdem sind mit den Blättern von den Bäumen auch die Temperaturen ganz ordentlich gefallen.

Mein Fund des Monats ist der Flickr-Account der British Library. Zuletzt wurde das Album King’s Topographical Collection veröffentlicht, in dem rund 18.000 digitalisierte alte Karten zu finden sind. Aber Vorsicht: wer sich für altes Kartenmaterial interessiert, kann sich sehr schnell stundenlang darin verlieren.

The BL King’s Topographical Collection: "LONDON. "
The BL King’s Topographical Collection: „LONDON.“
📚 Bücher 📚

London hat diesen Monat auch in Bezug auf meine gelesenen Bücher eine Rolle gespielt. Und zwar in der Reihe Silber (2013-2015) von Kerstin Gier. Ich brauchte leichte Unterhaltung mit einer Prise Fantasy und bin auf der Suche nach einem geeigneten Buch auf Spotify über die Reihe gestolpert. Die Jugendbücher, in denen es um Liv Silber, ihre Familie und ihre Abenteuer geht, sind toll geschrieben, schnell gelesen und waren genau die richtige Ablenkung. Was mir nicht gefiel, war die Verknüpfung von „psychisch krank“ mit stark negativen Eigenschaften („durchgeknallte Psychopathin“, „irre“, „Monster“), wodurch die Reihe zur Stigmatisierung psychisch kranker Menschen beiträgt.

Nach der Reihe habe ich endlich Der Geschichtenerzähler (1987) von Mario Vargas Llosa zuende gelesen – ein Buch, das bereits vor Monaten angefangen habe, mit dem ich aber einfach nichts anfangen kann. Der Roman behandelt die Problematik der Integration indigener Völker in die verwestlichte peruanische Gesellschaft. Von Südamerika ging es mit Die Birnen von Ribbeck (1991) von Friedrich Christian Delius im Anschluss ins beschauliche Ribbeck im Havelland. In der Erzählung geht es um die Ribbecker Geschichte, um die NS-Zeit und die Zeit des Mauerfalls. Sehr gut geschrieben, jedoch bisweilen anstrengend, da dieser historische Abriss in Form eines Monologs gegeben wird, und sich durch eine starke Abneigung gegen „den Westen“ abzeichnet.

Neu auf meinem womöglich niemals endenden TBR-Stapel:

Aktuell lese ich Tender is the Night (1934) von F. Scott Fitzgerald weiter und habe mit den Hörbüchern Der Sommer ohne Männer (2011) von Siri Hustvedt und Sterben im Sommer (2020) von Zsuzsa Bánk begonnen. Ich glaube, das wird sehr emotional.

📺 Serien 📺

Vor ein paar Wochen hat gefühlt ganz Bookstagram nur eine Serie geguckt: Spuk in Bly Manor. Es fing gruselig an, zog sich nach der Hälfte etwas, hat sich aber komplett gelohnt, bis zum Ende zu gucken. Worum geht’s? Wir sind im Jahr 2007. Eine Hochzeitsgesellschaft in Kalifornien sitzt am Abend des rehearsal dinner im Hotel zusammen und erzählt sich Geschichten. Eine davon, die Haupthandlung der Serie, dreht sich um die Amerikanerin Danielle Clayton, die im Jahr 1987 nach einem traumatischen Vorfall als Au-Pair nach England geht. Auf dem Anwesen Bly Manor kümmert sie sich um die Geschwister Miles und Flora. Doch mit der Zeit häufen sich mysteriöse Vorfälle.

Die Serie basiert übrigens lose auf der Novelle The Turn of the Screw des amerikanisch-britischen Schriftstellers Henry James (1843-1916).

🎶 Musik 🎶

Meine Neuentdeckung des Monats:

Mein Ohrwurm des Monats:

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