01 | 2021: Neustart

2021 | Prosa & Papier

Das neue Jahr ist da – Minustemperaturen und Schnee inklusive. Da gab es schon mal die ein oder andere Rutschpartie auf den ewigen Corona-Spaziergängen. Doch das Aufregendste war für mich der Beginn meines neuen Jobs als Content-Managerin bei einer großen Architekturfirma. Einen neuen Job inmitten einer Pandemie anzutreten und die meiste Zeit von Zuhause aus zu arbeiten, ist definitiv eine Herausforderung. Allerdings ist das Team toll und meine Kolleginnen und Kollegen machen es mir sehr einfach, mich einzufinden.

📚 Bücher 📚

Diesen Monat habe ich – eher zufällig – ausschließlich deutschsprachige Literatur von Männern gelesen. Marcia aus Vermont und Wenn es dunkel wird von Peter Stamm waren schnell gelesen, und langsam entwickle ich mich zum Fan. Marcia aus Vermont (2019) ist ein kurzes Buch, in dem es um Sehnsucht geht, um Liebe, darum, wie das Leben so spielt. Wenn es dunkel wird (2020) ist ein kurzer Erzählband, der etwas Unheimliches hat. Etwas Metafiktionales. Genau mein Ding, beide Bücher haben mir sehr gefallen.

Im Rahmen meines Buchclubs habe ich endlich Hysteria (2018) von Eckhart Nickel gelesen, ein Buch, das ich schon länger auf meinem Stapel ungeleneser Bücher hatte. Darin geht es um Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er Charlotte wiedertrifft, seine Studienfreundin und ehemalige Geliebte, die nun als Leiterin an der Spitze der Bewegung des „Spurenlosen Lebens“ steht. Ein außergewöhnliches Buch, das mich stark an E. T. A. Hoffmann und Franz Kafka erinnert hat, mir deshalb aber auch gut gefallen hat. Trotzdem blieben einige Fragen offen, ich könnte mir allerdings eine Verfilmung des Romans sehr gut vorstellen. Auch dieses Buch hat etwas Unheimliches an sich, ein Gefühl von Unwohlsein, von „hier stimmt was nicht“.

Die Zukunft der Schönheit (2019) ist eine autobiografische Erzählung von Friedrich Christian Delius, die ich mir angehört habe: Im Mai 1966 gerät ein junger Deutscher aus der hessischen Provinz in einen New Yorker Jazz-Club, es spielt der Saxophonist Albert Ayler. Was der Musiker mit seiner Band auf die Bühne bringt, ist die unerhörteste Musik jener Zeit, wildester Free Jazz. Befremdet, beschwingt und gebannt von Aylers Improvisationsrausch, begreift der junge Mann in einem hellsichtigen Assoziationstaumel die revolutionäre Energie, die in Wachheit und Wut steckt. Die Musik lässt ihn körperlich fühlen, wie Zerstören und Zersetzen der Beginn alles Schönen sein kann und die Kunst das Rettende wird. Auf meinen Spaziergängen durch Hamburg habe ich das Buch gern gehört, allerdings finde ich, dass es sich nicht zum Nebenbeihören eignet.

Das zweite Hörbuch des Monats war Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906) von Robert Musil, ein Buch, das viele in der Schule gelesen haben dürften. Es geht im Buch um Törleß und seine Zeit am Internat, ums Erwachsenwerden, um Homosexualität, Sex und Gewalt. Die Gewaltszenen fand ich genauso schwer verdaulich wie die Verbindung von Homosexualität und moralischer Minderwertigkeit.

📺 Serien 📺

In Bezug auf Serien lief im Januar nicht viel. Die hundertste Wiederholung von Friends und ein paar Filme (Blue Jay, hach!). Am meisten gefreut habe ich mich über die sechste Staffel von Brooklyn Nine-Nine, die endlich auf Netflix erschienen ist.

🎶 Musik 🎶

Meine Neuentdeckung des Monats:

Mein Ohrwurm des Monats:

⛄ Bleibt gesund! ⛄