Studie: Digitalformate werden relevanter

E-Book-Reader | Prosa & Papier

Podcasts, E-Books, Hörbücher – das Angebot an digitalen Büchern wird immer größer. Wie diese Formate genutzt werden, hat jetzt Bookwire untersucht. Der Dienstleister für Verlagsauslieferungen von E-Books und digitalen Inhalten – 2009 in Frankfurt gegründet – hat im August und September 2020 deutschlandweit 2.335 Personen im Alter zwischen 16 un 65 Jahren zu ihrer Mediennutzung in den letzten sechs Monaten befragt.

Die 12 Insights der Studie im Überblick:
  1. E-Books, Hörbücher und Podcasts sind im Mainstream angekommen. Häufig werden zwei oder drei dieser Medien parallel genutzt.
  2. E-Books, Hörbücher und Podcasts sind komplementäre Medien, die sich nur geringfügig kannibalisieren.
  3. Die drei Medien stehen sich in gegenseitig verstärkender Wechselwirkung.
  4. E-Books haben Fans und sind mehr als „nur“ praktisch. Und sie lassen auch Raum für Print.
  5. Die Generation Z liebt es zu hören, Babyboomer lesen gerne.
  6. Die Parallelnutzer der drei untersuchten Medien finden sich in den mittleren Generationen X und Y und sind meist „Heavy User“.
  7. Die Generation Z zahlt lieber für Premiumangebote als für Einzelkäufe. Wer sie erreichen will, kommt an den großen Audioplattformen nicht vorbei.
  8. Familien sind besonders medienaffin und nutzen im Schnitt mehrere digitale Medien parallel.
  9. Inhalte werden häufig aktiv gesucht, daher ist Discoverability das A und O.
  10. Podcasts werden fokussiert genutzt und ihre Nutzer sind loyale Hörer.
  11. Digitale Hörbücher und Podcasts sind häufig Begleitmedien. Und das auch gerne unterwegs.
  12. Smart Speaker gewinnen zunehmend an Relevanz.
Digitalformate und das gedruckte Buch

Die Befragung kommt zu interessanten Ergebnissen: Einerseits gab knapp die Hälfte der E-Book-Nutzer an, durch die Nutzung weniger gedruckte Bücher zu lesen. Andererseits gaben 28 Prozent der befragten E-Book-Nutzer an, gerade durch die Nutzung ein bestimmtes gedrucktes Buch gelesen zu haben.

Präferenzen der Altersgruppen

Etwas eindeutiger sind die Ergebnisse in Bezug auf die Präferenzen der verschiedenen Altersgruppen. Während Babyboomer eher für E-Books zu begeistern sind, erreichen Hörbücher und Podcasts eher die Generationen X, Y und Z, also die 16- bis 55-Jährigen. Besonders interessant ist die jüngere Generation, die 16- bis 24-Jährigen, denn sie unterscheidet sich von den anderen Generationen stark in ihrem Nutzerverhalten. Was wenig überrascht: Klassische Medien sind für sie nicht mehr relevant. Stattdessen müssen Medienangebote stark auf ihre Interessen zugeschnitten sein. Die Befragten dieser Gruppe hörten Podcasts häufiger als andere Generationen und vor allem auf den großen Musik-Streaming-Plattformen. Zudem bezahlen sie lieber für ein Abo als für einzelne Angebote.

SEO gewinnt an Bedeutung

Wie kommen die Nutzer aber zu ihren Online-Inhalten? Die Studie zeigt: Knapp Dreiviertel der Befragten sucht aktiv nach neuen Inhalten, bevorzugt über Suchmaschinen sowie Websites und Apps der Anbieter. Dementsprechend gewinnen die Bereiche Suchmaschinenoptimierung und -Marketing weiter an Bedeutung. Rund jeder vierte Befragte lässt sich von Blogs, Nachrichtenseiten und dem stationären Einzelhandel inspirieren. Auch Empfehlungen von Familie, Freunden und Bekannten sind relevant.

Fazit für Verlage

Das Whitepaper zur Befragung schließt Bookwire mit Handlungsempfehlungen für Verlage ab. Zwei der wichtigsten Erkenntnisse: Verlage brauchen eine Multi-Format-Strategie und müssen ihre Zielgruppe bestens kennen – wenngleich diese „Erkenntnisse“ für Marketer nicht neu sein dürften.


Die Studie kann hier heruntergeladen werden: 🔗 Download des Whitepapers „Listen & Read – The Battle for Attention“ von Bookwire