Reni Eddo-Lodge: „Why I’m No Longer Talking to White People About Race“ (2017)

Sachbuch, 2017 bei Bloomsbury Publishing erschienen, 261 Seiten. ISBN: 978-1-4088-7058-7.
Why I'm No Longer Talking to White People About Race by Reni Eddo-Lodge

Vorbemerkung: Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, verwende ich einige der Begriffe – darunter race und white people – im Original anstatt sie zu übersetzen. Nicht zuletzt, weil auch Übersetzung problematisch sein können. Im Deutschen wurde race beispielsweise mit „Hautfarbe“ übersetzt.


Im Februar 2014 veröffentlichte Reni Eddo-Lodge auf ihrem Blog, den sie schon lange führte, einen Artikel mit dem Titel Why I’m No Longer Talking to White People About Race. Sie erklärt, warum sie nicht mehr mit white people über das Thema race spricht:

I’m no longer engaging with white people on the topic of race. Not all white people, just the vast majority who refuse to accept the legitimacy of structural racism and its symptoms. I can no longer engage with the gulf of an emotional disconnect that white people display when a person of colour articulates our experiences. You can see their eyes shut down and harden.

S. ix

Ihrer Erfahrung nach hören white people nicht richtig zu, wenn People of Color über Rassismus und ihre Erfahrungen damit erzählen, und begeben sich in eine Position des Leugnens. Sie könne kein Gespräch über die Thematik mit Leuten führen, die das Problem nicht als solches anerkennen. Zu oft führen diese Gespräche dazu, das Stereotyp von angry black people hervorzuholen. Eddo-Lodge beobachtet, dass white people eine Neigung dazu haben, zu beweisen, dass PoC im Unrecht sind, anstatt in Unterhaltungen über Rassismus dazuzulernen oder auch nur zuzuhören.

Ihr Blog-Post ging viral und wurde schließlich zum Buch. Es ist „the product of five years of agitation, frustration, exhausting explanations, and paragraph-long Facebook comments“ (S. xv). Es versteht sich als „attempt to speak“ (S. xvii). In insgesamt sieben Kapiteln erklärt Eddo-Lodge in gut verständlicher Sprache, was struktureller Rassismus ist. Sie gibt einen Einblick in Black history in Großbritannien, erklärt, was es mit white privilege auf sich hat, wie weiß Feminismus eigentlich ist, wie race und class in Verbindung stehen und was white people tun können. Als Londonerin schreibt sie primär über britische Geschichte, was jedoch niemanden daran hindern sollte, dieses Buch zu lesen.

An dieser Stelle würde ich das Buch am liebsten Kapitel für Kapitel durchgehen – das würde jedoch den Rahmen sprengen, weil die Autorin so viele wichtige Punkte anbringt. Stattdessen sind hier einige Textstellen, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind:


Mein Appell ist: Lies dieses Buch, falls du es noch nicht gemacht hast, und sprich mit deinen Freund:innen darüber, über ihre Erfahrungen und darüber, was sie selbst über Rassismus und ihre eigenen Vorurteile gelernt haben.


Der ursprüngliche Blog-Post vom 22. Februar 2014, aus dem das Buch resultierte, ist auf der Website der Autorin zu finden:

Dort ist außerdem ein Interview zu finden, das Emma Watson mit ihr geführt hat. Die Schauspielerin hatte das Buch für ihren Goodreads-Buchclub Our Shared Shelf ausgewählt.

Die Autorin

Reni Eddo-Lodge, 1989 in London geboren und aufgewachsen, ist Journalistin, Autorin und Podcasterin. Mit 19 Jahren, schreibt sie auf ihrer Website, stürzte sie sich in den feministischen Aktivismus. Etwa zur gleichen Zeit startete sie ihren Blog, der ihr zum Ventil für ihre politischen Gedanken wurde. Anfangs als freiberufliche Journalistin tätig, ist sie heute hauptberuflich Autorin. Why I’m No Longer Talking to White People About Race ist ihr Debüt und wurde zum Bestseller. Es wurde außerdem mehrfach ausgezeichnet. Aufgrund ihrer Arbeit wurde sie 2019 in die Forbes-Liste der European 30 Under 30 aufgenommen.